Viele Menschen kennen dieses Gefühl:
Man ernährt sich eigentlich gesund, fühlt sich im Großen und Ganzen fit – und trotzdem ist der Bauch häufig aufgebläht. Besonders Frauen ab 40, und sehr häufig auch in den Wechseljahren, berichten mir davon immer wieder.
Oft werden dann Saftkuren ausprobiert, Mahlzeiten ausgelassen oder besonders „leichte Kost“ gewählt. Innerlich wissen viele jedoch bereits: Das wird keine dauerhafte Lösung sein. Und genau damit haben sie recht.
Blähungen ab 40 sind in den meisten Fällen kein Zeichen von Disziplinmangel, sondern Ausdruck von Veränderungen im Stoffwechsel und im Darm.
Warum Blähungen ab 40 häufiger auftreten
Ab etwa dem 40. Lebensjahr verändert sich bei vielen Menschen die Regulation von Stoffwechsel und Verdauung. Hormonelle Umstellungen – insbesondere in den Wechseljahren – beeinflussen nicht nur das Gewicht, sondern auch:
• die Darmbewegung
• die Zusammensetzung der Darmflora
• die Verträglichkeit bestimmter Lebensmittel
Lebensmittel, die früher problemlos gegessen werden konnten, führen plötzlich zu Blähungen, Druckgefühl oder einem sichtbar aufgeblähten Bauch. Das ist für viele irritierend – aber keineswegs ungewöhnlich.
Der instabile Stoffwechsel – ein oft übersehener Faktor
In meiner Praxis zeigt sich immer wieder:
Viele Betroffene haben keinen „langsamen“, sondern eher einen instabilen oder schnellen Stoffwechsel.
Typische Anzeichen sind:
• Hunger bereits nach ein bis zwei Stunden
• das Gefühl, schnell „leer“ zu sein
• Müdigkeit, Reizbarkeit oder Frieren, wenn nichts gegessen wird
• Konzentrationsprobleme oder leichte Kopfschmerzen
Ich beschreibe das häufig als Neigung zur Unterzuckerung. Das ist keine Krankheit und hat nichts mit Diabetes zu tun – es zeigt lediglich, dass der Stoffwechsel nicht mehr stabil reguliert ist.
Diese Instabilität wirkt sich direkt auf den Darm aus.
Was das Darmmilieu damit zu tun hat
Der Darm reagiert sehr sensibel auf Stoffwechselstress. Besonders wichtig ist dabei das Milieu im Darm, also unter anderem der pH-Wert.
Ist dieses Milieu eher sauer, fühlen sich bestimmte Bakterien besonders wohl – vor allem solche, die Gase bilden. Kommen dann schnell verfügbare Kohlenhydrate hinzu, etwa aus Brot, Zucker oder Saftkuren, entsteht für diese Keime eine ideale Umgebung.

Die Folge:
• vermehrte Gasbildung
• Druckgefühl
• Blähbauch
Viele kennen in diesem Zusammenhang Begriffe wie Methanbildung – und genau das wird aktuell sehr häufig diagnostiziert oder vermutet.
Warum Saftkuren das Problem oft verschärfen
Saftkuren wirken auf den ersten Blick logisch: leicht, „entlastend“, kalorienarm.
In der Praxis liefern sie jedoch:
• viel Zucker
• wenig Eiweiß
• kaum Fett
Damit stabilisieren sie weder den Stoffwechsel noch das Darmmilieu. Der kurzfristige Gewichtsverlust besteht meist aus Wasser oder Darminhalt – und ist schnell wieder verschwunden.
Das ist kein persönliches Scheitern, sondern Biochemie.
Was sich in der Praxis wirklich bewährt hat
Ein Ansatz, der sich seit Jahren bewährt, ist die Arbeit mit milchsauer vergorenen Lebensmitteln. Diese werden im Körper basisch verstoffwechselt und können helfen, das Darmmilieu wieder auszugleichen.
Ein ausgeglicheneres Milieu begünstigt eher jene Darmbakterien, die:
• den Stoffwechsel unterstützen
• Entzündungsprozesse reduzieren
• zur Stabilität der Verdauung beitragen
In hartnäckigen Phasen kann zusätzlich ein bakterielles Probiotikum sinnvoll sein – zeitlich begrenzt und gezielt eingesetzt. Entscheidend ist jedoch immer:
👉 zuerst das Milieu verbessern, nicht einfach „irgendetwas einwerfen“.
Ernährung: weniger Stress für den Darm
Parallel dazu hat sich Folgendes bewährt:
• mehr Eiweiß
• gute Fette
• weniger schnell verfügbare Kohlenhydrate
Bestimmte Lebensmittel können vorübergehend Beschwerden verstärken, zum Beispiel:
• Paprika
• Brokkoli
• Zwiebeln
• Tomaten
• sehr zuckerreiches Obst
Dabei geht es nicht um dauerhaften Verzicht, sondern häufig um eine Entlastungsphase von etwa sechs Wochen, damit sich der Darm beruhigen kann.
Warum individuelle Lösungen entscheidend sind
Nicht jeder Darm reagiert gleich, und nicht jeder Stoffwechsel funktioniert identisch. Genau deshalb gibt es keine pauschale Lösung für Blähungen ab 40.
Ein nachhaltiger Ansatz berücksichtigt:
• den Stoffwechseltyp
• die individuelle Verdauung
• hormonelle Veränderungen
• persönliche Verträglichkeiten
Und er verzichtet auf Schuldgefühle, Extreme oder kurzfristige Diäten.
Weitere Informationen & nächste Schritte
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Ich wünsche dir alles Gute – und vor allem einen entspannteren Blick auf deinen Körper.